Vita

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Fred Pommerehn

Fred Pommerehn wurde 1964 in Madison, Indiana geboren. Er studierte von 1982 bis 1986 an der North Carolina School of the Arts und graduierte als Stipendiat mit Auszeichnung zum Bachelor of Fine Arts.
1987 zog er nach Berlin, wo er nach wie vor lebt. Von 1987 bis 1990 war er Assistent am Schiller Theater Berlin. Seit 1990 arbeitet er als freischaffender Künstler und Szenograf, er kreiert Installationen und szenische Installationen, Bühne, Licht und Kostüme für Theater, Festivals, Events, Tanztheater- und Musikproduktionen sowie für Projekte der kulturellen Bildung.

Seine Arbeit führte ihn seither durch weite Teile Europas und bisweilen auch nach Asien und nach Nordamerika.

Für seine Arbeit nutzt er in vielen Fällen ‚gefundene’ Materialien und Alltagsprodukte. Sein Fokus liegt auf der Wechselwirkung von Licht, künstlich oder natürlich, mit seinen Installationen und den darin enthaltenen Materialien sowie auf dem Zusammenspiel mit ortsspezifischen Gegebenheiten. Er ermöglicht und fördert die individuelle und direkte Auseinandersetzung des ‚Betrachters’ mit seiner Arbeit. Er schätzt den engen Dialog mit der Umgebung und der Gesellschaft. Oft arbeitet er deshalb auch mit nicht-professionellen Darstellern und Künstlern, wie Schulkinder, Jugendliche und Personen in extremen Situationen, wie Flüchtlinge, Strafgefangene und Personen mit geistig oder körperlichen Behinderungen.

Darüber hinaus hat er zusammen mit zahlreichen Künstlern aus allen Teilen Europas Installation-Performance-Events realisiert.

Highlights seiner Arbeit:

Im Herbst 2012 arbeitete er zusammen mit Carlos Manuel an der schwedischen Neuinszenierung der bereits sehr erfolgreich in Berlin (Theater an der Parkaue, 2007) präsentierten Produktion Warum kommen die Dinge durcheinander. Var Blir det Rörigt wurde produziert durch das Staatstheater Uppsala, Schweden. Die Arbeit setzt sich mit philosophischen und wissenschaftlichen Texten des amerikanischen Denkers Gregory Bateson auseinander und inszeniert diese für Kinder im Alter von 9 – 12 Jahren. Die Premiere fand am 9. November 2012 statt, das Stück wurde bislang über 60 mal gezeigt.

Im Mai 2012 kollaborierte er zum ersten mal mit den Regisseur Andy Manley, dem Schöpfer der mit vielen internationalen Preisen ausgezeichneten Produktion ‚White’, ein Spiel für Kinder im Alter von 2-4 Jahren. Das neue Projekt Mikey and Addie, für Kinder ab 9 Jahren, war Teil der ‚Cultural Olympiad / London 2012 Festival’. Produziert wurde das Projekt vom Macrobert Artcenter, Stirling, Scotland, die Premiere fand im Rahmen des ‚Imaginate Festival Edinburgh, Scotland’ statt.

Im Frühling 2011 gestaltete er die Großinstallation Papierwald für die World Wildlife Foundation (WWF). Auf den Stufen des Berliner Konzerthauses am Gendarmenmarkt standen 23 Papierbäume, 4 – 6 m hoch, komplett aus ‚Wegwerfalltagspapierprodukten’, wie Pappbechern, Pizzakartons, etc. Die Installation fand aus Anlass des Tages des Waldes statt und war die kick-off Veranstaltung der WWF Initiative ‚Deutschland wird Wald.Meister’.

Seit 2005 arbeitet er regelmäßig am Theater an der Parkaue, Berlin, unter anderen mit folgenden Inszenierungen: Der Freischütz (2005), Die Verwandlung(2006), Warum kommen die Dinge durcheinander (2007), Der Sohn des Chao (2008), Kopf oder Zahl (2009) und Risiko (2009), Die Brüder Löwenherz (2010) und Der Sandmann (2011).

Seit 2007 arbeitet er regelmäßig mit der irischen Choregrafin Marguerite Donlon am Saarländischen Staatstheater. Jüngste Arbeiten waren z.B. Footprints (2010), Geheimnis der Unsterblichkeit (2011), Blue Creation 29 (2011) und Liebe in Schwarz-Weiss (2013).

Seit 2002 schuf er regelmäßig Licht- und Objektinstallationen in der St. Egidien Kirche in Nürnberg. Die Werke begleiteten klassische Musikkonzerte, wie z.B. Johann Sebastian Bachs Messe in H-Moll und Brahms Deutsches Requiem.

Von 2004 - 2008 entwarf er jedes Jahr im Juni große Licht- und Objektinstallationen für klassische Open Air Konzerte im Schloßpark Sanssoucie für die Musikfestspiele Potsdam.

In den Jahren 2005 und 2006 hat, er zusammen mit dem französischen Komponisten Francois Sarhan, bei der von ihnen konziperten und entworfenen grotesken Kammeroper für animierte Objekte Les Articulations de la Reine Regie geführt. Premiere hatte das Werk im Rahmen des Festivals, ‚Archipel’ in Genf im März 2005. Weitere Aufführungen fanden in Paris, Nancy und Metz statt. Im Januar 2006 wurde die deutsche Fassung, Die Häutungen der Königin im Rahmen des Festivals ‚spielzeiteuropa’, Berliner Festwochen, uraufgeführt. Die deutsche Fassung wurde auch in Saarbrücken im Rahmen des Festivals ‚Perspectives’ gezeigt.

Im Jahr 2003 entwarf er die ortsspezifische Installation Galets de Plage/Das Strandgeröll zur Wiedereröffnung des historischen Stadtkanals in Potsdam.

Highlights seiner Arbeit im Rahmen zeitgenössischen Musiktheaters bei den Berliner Festivals ‚Märzmusik’ und ‚Ultraschall’ waren Cantio, Vykintas Baltakas (2013), Santiago, Dieter Schnebel (2005), An sich – Bilder und Stille, Roland Pfrengle (2003), Michaels Jugend aus ‚Donnerstag aus Licht’, Karl-Heinz Stockhausen (2002), Lohengrin, Salvatore Sciarrino (2001).

Im Jahr 2002 war Fred Pommerehn Artist in Residence in Rouen im Rahmen des Festivals ‚Octobre en Normandie’, wo er seine bislang größte Installation aus gefundenen und gesammelten Materialien (150 x 20 m) realisierte, ‚Le Grand Grwth’.

Ebenfalls in 2002 entwarf er Einstein for Aliens und war Co-Regisseur zusammen mit dem amerikanischen Performancekünstler David Moss. Das Ein-Mann New Music Musical wurde produziert für das ‚Muziek Theater Transparant’, Antwerpen und das ‚Hebbel Theater’, Berlin. Weitere Aufführungen am ‚Minard Theater’, Gent, im Rahmen des ‚Cutting Edge Festival’, Darmstadt und im ‚Trafó Theater’, Budapest.

Im Jahr 1998 gründete er die Gruppe ‚Urban Dialogues’, die er bis 2000 leitete.

Zwischen 1993 und 1997 realisierte er zusammen mit Arnold Dreyblatt Memory Arena , eine interaktive Installation mit 600 eingeladenen Gastlesern. Memory Arena wurde präsentiert in: Kampnagel, Hamburg; Spielart Festival, Marstall, München; Arken Museum, Kopenhagen (größter deutscher Beitrag zur Kulturhauptstadt Kopenhagen).

Beispiele seiner Arbeit im Bereich Bildung und kultureller Bildung

Seit 2011 unterrichtet er an der Fachhochschule Osnabrück im Fach Lightdesign im Fachbereich Eventmanagement.

Seit 2002 arbeitet er zusammen mit Carlos Manuel und Hartmut Schaffrin in der Jugendtheaterwerkstatt Spandau (JTW). Die JTW ist ein generationenübergreifendes Laienensemble mit hervorragendem Ruf und gilt als eines der besten Amateurtheater in Deutschland. Mit der JTW-Produktion Peer Gynt wurde im Jahr 2002 erstmalig eine Produktion eines Amateurensembles zum Festival ‚spielzeiteuropa’, Berlin, eingeladen. Zwei der Produktionen der JTW, Dostojevski’s Brüder Karamazov (2007) und Kafka’s Amerika (2009) wurden auch vom Theater an der Parkaue eingeladen. Die jüngste Produktion Berlin Alexanderplatz, Döblin, eröffnete das neue Haus der JTW im September 2012 und wird ab April 2013 ebenfalls im Theater an der Parkaue spielen.

Sein Interesse, Kunst und Kultur als Vehikel für Lernprozesse zu nutzen, inspirierte eine Reihe von Projekten, bei denen sich Kinder mit philosophischen Werken auseinandersetzen. Zusammen mit Julia Schreiner und Rudi Keiler Gómez de Mello entstanden im Herbst 2011 Die Wittgensteinkinder . Ein neues Projekt, Nietzsche Next Generation ist für 2013/14 geplant.

Seit 2005 arbeitet er regelmäßig mit den JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische 27 zusammen.

Die Arbeiten Fred Pommerehns wurden produziert für oder eingeladen zu Festivals in Europa und darüber hinaus:

Wiener Festwochen, Inventionen Festival Berlin, Kunstmuseum Wolfsburg, Goethe Institut, Icebreaker Amsterdam, Hellerau Dresden, Züricher Theaterspektakel, Kryptonale Berlin, ZKM Karlsruhe, Oper Leipzig, Expo 2000 Hannover, Akademie der Künste Berlin, New Arts Seoul, Nachtbogen Festival Berlin, o zwei Gallery Berlin, Musikfestival Brüssel, Musica Strasbourg, Huttersfield Contemporary Music Festival, Nanterre Aman Piers / T+M Paris, Budapest Fall Festival, Dnes A Tady Festival Prague, Arsenal Metz, Festival Perspectives Saarbrücken, Altstadt Herbstfestival Düsseldorf, Spielzeit Europa Berlin, Berliner Festwochen, Bayerisches Staatsschauspiel München, Saarländisches Staatstheater, ASSITEJ Festival Copenhagen, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Theater Trier, Staatstheater Gießen, Theater Rudolstadt, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, State Theatre Uppsala Sweden, Imogo die Krems, Austria, Wittener Tage für Neue Kammermusik, Rialto Theater Cyprus, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Cultural Oplympiad London Festival, Macrobert Arts Center Stirling, Scotland, Imaginate Festival Edinburgh, Scotland.

Auszeichnungen

Gelistet in der Top Ten U.S. Designers List 1990, Theater Crafts International, NY, NY, USA.

AS Rose Preis für herausragende künstlerische Leistung für sein Bühnenbld Die Gelehrtenrepublik", Marstall München 1999.

Nominiert als Nachwuchskünstler des Jahres im Bereich Bühnenbild von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für sein Bühnenbild "Der Freischütz", Theater an der Parkaue, Berlin. (Theaterheute, Jahrbuch 2006).

Nominiert in der ersten Runde für den angesehenen deutschen Theaterpreis ‚Faust’ in der Kategorie Szenograf für seine Arbeit ‚Gilgamesh’, Badisches Staatstheater Karlsruhe.

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